Mittwoch, 27. Juni 2007

Shoppen ist Arbeit

Ich bin total erschlagen von unserer Shoppingtour und dem anschließenden Arbeiten. Aber das Shoppen hat sich gelohnt und auch Petrus hatte ein Einsehen und wir sind trocken geblieben.

Los ging's mit der Suche nach einem Anzug für Jan für die Hochzeit seines Patenonkels. Schnell hatte er ein paar Anzüge auf dem Arm und zog ab Richtung Umkleidekabinen. Schon seltsam zu sehen, wie emsig er bei der Suche nach einem "richtigen Anzug" war. Der erste war zwar schön, aber in Gr. 48 doch zu groß, beim zweiten passte die Hose und das Sakko saß wie ein Sack. So ging es dann noch eine ganze Zeit weiter. Letztendlich hat er jedoch einen sehr, sehr schicken Anzug mit schmalen Nadelstreifen gefunden, in den er sich schon auf den ersten Blick verguckt hatte. "Mama, ich brauche aber jetzt noch zwei Oberhemden, eins in hellblau und eins in rosa". Also ging die Suche weiter und wer schon mal nach einem Oberhemd in Kragenweite 37 - das nicht weiß sein sollte - gesucht hat, der weiß, dass das gar nicht so einfach ist. Aber auch hier waren wir erfolgreich. Unser größtes Streitthema waren bisher immer Schuhe. Ich finde Turnschuhe & Co. zum Anzug nicht toll, hätte aber alle möglichen Schuhe akzeptiert, solange es keine mit Totenköpfen drauf sein würden. Aber auch hier sollte ich eine Riesen-Überraschung erleben. Unser Sohn begeisterte sich doch tatsächlich für echte Lederschuhe von Bugatti, supersoftes Leder, schwarz, hochelegant. Ich war beigeistert und habe ihm diese Schuhe gerne gekauft. Allerdings unter einer Voraussetzung: Sie müssen mehr als 2x angezogen werden, nicht nur zum Standesamt und zur kirchlichen Hochzeit. Dass Jan die Schuhe nicht in die Schule anziehen will, ist ok, aber es gibt auch außerhalb noch viele Gelegenheiten für ordentliche Schuhe. Für nur 2x tragen wären mir die Schuhe das Geld nicht wert gewesen.
Nach diesem Marathon ging es dann zum nächsten in die Restetruhe. Hier war ich total enttäuscht, schnappte mir Jan und weiter ging's zu Wema. Kannte ich noch nicht, bin aber von Martina schon drauf vorbereitet worden. Ich staunte echt Bauklötze, denn ich hätte in dem Hinterhof nie mit einer solchen Stoffauswahl gerechnet. Und nach dem Besuch der Restetruhe hatte ich auch ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass ich hier Stretchsatin für mein Abendkleid finden würde. Aber wieder einmal erlebte ich eine Überraschung. Freudestrahlend konnte ich also mein Stöffchen einpacken lassen.
Leider konnte ich dort keinen Stoff für das geplante Kostüm finden und so zogen wir wieder zurück zur Restetruhe. Bisher hatte ich mich immer auf bordeauxrot versteift, was wohl ein Fehler von mir war. Als ich dann die Stoffe so ohne Plan durchguckte, stach mir dieser schöne Stretch ins Auge. Es stand fest: daraus wird eine Jacke werden. Ein passender Rockstoff war dann das kleinste Problem, nämlich der beiliegende hellblaue Brax-Stoff.
Weil man ja immer die schönsten Sachen erst dann findet, wenn man eigentlich schon nicht mehr sucht, habe ich noch diesen tollen Stretch-Gabardine in weiß mit terracottafarbenem Rosendruck gefunden. 3,5 Meter davon mussten jedenfalls noch in meine Tüte. Auf unerklärliche Art & Weise ;-) kamen dann noch mal 3, 5 Meter schwarzer BRAX-Stretch in meine Tüte (von dem habe ich allerdings kein Foto gemacht, ist ja nur uni-schwarz). Schnell noch ein paar nahtverdeckte Reißverschlüsse für alle geplanten Projekte, Knöpfe, Vlieseline, Pailettenträger für's Abendkleid ... dazu und wir waren endlich fertig. Total fertig.
Aber ich musste ja auch noch Arbeiten und das war dann so richtig anstrengend. Mir taten die Füße weh wie verrückt und müde war ich auch. Aber es half nichts, da musste ich noch durch.
Jetzt zuhause habe ich meine Stöffchen vor mir ausgebreitet und bin total zufrieden mit meinen Errungenschaften. Bleibt nur zu hoffen, dass die daraus entstehenden Sachen auch meinen Erwartungen entsprechen.

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